Samstag, 14. Juni 2014

[Rezension] Beim Leben meiner Schwester

Titel: Beim Leben meiner Schwester
Originaltitel: My Sister's Keeper
Autor: Jodi Picoult
Verlag: Piper
Einband: Taschenbuch
Preis: 8,99 € (D)
Seitenanzahl: 484




Inhalt

In ihrer frühesten Erinnerung ist Anna Fitzgerald drei Jahre alt und versucht ihre Schwester Kate umzubringen. Sie ist in ihr Schlafzimmer geschlichen und hat ihr das Kopfkissen über das Gesicht gelegt. Dann kam ihr Vater Brian ins Zimmer und hat sie gerettet. „Das“, hat der Vater damals gesagt, „ist nie passiert!“.

Aber es ist passiert, damals, vor fast genau zehn Jahren, und Anna erinnert sich mit einer Deutlichkeit daran, dass sie jedes Mal fast erschrickt. Nun ist sie Dreizehn, und wieder dabei, ihre Schwester umzubringen. Denn Kate ist unheilbar an Leukämie erkrankt, und Anna ist einzig dazu da, so scheint es ihr zumindest, ihr Knochenmark zu spenden. Wie viele Operationen sie schon über sich hat ergehen lassen, weiß das Mädchen gar nicht mehr, und immer wieder ist sie sich ein wenig mehr als menschliches Ersatzteillager vorgekommen. Trotzdem ist ihr der Entschluss, sich zu verweigern - und damit der Schwester den Tod zu bringen - nicht leicht gefallen. Anna besorgt sich einen Anwalt, der sicherstellen soll, dass sie ihren geschundenen Körper nie mehr für Kate zur Verfügung stellen soll - eine Entscheidung, die nach und nach die ganze Zerrissenheit der Familie offenbart.

Meine Meinung

Das Buch hat mich leider ziemlich enttäuscht. Ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich vorher den Film bereits gesehen hatte, der ganz anders ist als das Buch. Vor allem das Ende ist anders.

Am Anfang war ich noch ziemlich angetan von der Schreibweise der Autorin und dachte, dass mir das Buch bestimmt super gefallen wird. Aber irgendwann ließ die Handlung immer mehr nach und ich habe mich nur noch gelangweilt.

Die Geschichte wird aus der Sicht von vielen verschiedenen Personen erzählt. Anna, ihre Mutter, ihr Vater, ihr Bruder, der Anwalt, der Richter, die Verfahrenspflegerin... Das finde ich ein bisschen zu viel des Guten, da ich dadurch manchmal ziemlich verwirrt war, wenn von einem Charakter zum nächsten gesprungen wurde. 

Von der Person, die ja eigentlich auch eine wichtige Rolle spielen sollte, erfährt man jedoch leider kaum etwas. Nämlich Kate. Ich hätte mir gewünscht, dass die Handlung auch ein wenig mehr aus ihrer Sicht gezeigt wird. Aber im Buch geht es mehr um die Gerichtsverhandlung bezüglich Anna als um Kates Leukämie. Man erfährt zwar oft etwas darüber, wie Kate mal wieder ins Krankenhaus musste, aber wie Kate sich dabei fühlt, wird nicht erwähnt.

Die Thematik fand ich an sich schon ziemlich interessant. Anna wurde künstlich erschaffen, um ihrer krebskranken Schwester Kate Knochenmark zu spenden und damit ihr Leben zu retten. Jetzt soll Anna Kate eine Niere spenden, aber Anna weigert sich, weiterhin für Kate zur Verfügung zu stehen und besorgt sich einen Anwalt, um das Recht auf ihren Körper bei ihren Eltern einzuklagen.

Ich habe mich selbst gefragt, was ich z.B. in der Situation der Mutter tun würde. Einerseits möchte sie ja Kates Leben retten, aber kann sie das wirklich auf Kosten ihrer zweiten Tochter tun?

Ich habe mich auch gefragt, was ich an Annas Stelle tun würde. Wäre ich bereit, für meine kranke Schwester gesundheitsgefährdende Operationen über mich ergehen zu lassen? Wenn nicht, würde ich mich weigern können, mit der Folge, dass sie wegen mir sterben wird?

Alles in allem fand ich das Thema, was die Autorin hier aufgreift, ziemlich interessant, leider hat sie es in meinen Augen nicht gut rüber gebracht. Mir haben die Gefühle gefehlt und leider war die Handlung auch nicht wirklich spannend. Schade, denn die Geschichte hätte wirklich Potenzial gehabt.

Bewertung

2/5 Punkten

4 Kommentare

  1. Hm, Schade. Das Buchende ist zwar unrealistischer als der Film, aber ich fand das Buch tausendmal schöner. Allerdings habe ich es zuerst gelesen und dann den Film gesehen.
    Alles Liebe,
    Ellen

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    1. Bei mir war es das erste Mal, dass ich den Film besser als das Buch fand. Es sind beides irgendwie total unterschiedliche Geschichten.

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  2. Das ist scgade :-( Aber Perspektivwechsel sind immer doof :-(

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    1. Zu viele Perspektivenwechsel finde ich auch immer blöd, das verwirrt schnell :/

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